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Schaltwerk und Umwerfer einstellen

Auch die beste Kettenschaltung der Welt ist nicht viel wert, wenn sie nicht mehr richtig rund läuft. Hakende Schaltvorgänge und störrische Umwerfer lassen die Nerven schnell blank liegen. Dabei kann man die Schaltung zumeist mit ein paar Handgriffen wieder sauber einstellen. Mit Fingerspitzengefühl und ein bisschen Übung muss eine Panne auf dem Trail damit nicht das Aus für die ganze Tour bedeuten.

Schaltwerk einstellen

Schritt 1

Schaltauge

Bevor man mit der Justierung beginnt, sollte man das Schaltauge überprüfen. Der Schaltkäfig muss parallel zu den Ritzeln der Kassette stehen; ist das Schaltauge verbogen, muss es ersetzt werden. Befindet sich die Kette auf dem größten Ritzel, sollte der Abstand zwischen den Kassettenzähnen und der oberen Leitrolle des Schaltwerkes gute 5 Millimeter betragen.

Schritt 2

Schwenkbereich

Der Schwenkbereich des Schaltwerkes wird über zwei kleine Schrauben reguliert. Die obere H-Schraube ist für Begrenzung der Kette nach außen verantwortlich und sollte soweit heraus gedreht werden, dass die Kette problemlos auf das kleinste Ritzel fallen kann. 

Schritt 3

Schwenkbereich

Analog dazu begrenzt die L-Schraube den Weg der Kette nach innen; liegt die Kette auf dem größten Ritzel, sollte die L-Schraube soweit rein gedreht werden, dass die Kette beim Betätigen des Schalthebels nicht mehr reagiert, aber ansonsten freiwillig von Ritzel zu Ritzel springt. Bei der Feinjustierung sollte wiederum darauf geachtet werden, dass die obere Leitrolle des Schaltwerkes jeweils parallel zu den Ritzeln steht.

Schritt 4

Zugspannung

Lässt sich die Kette nicht leichtgängig von Ritzel zu Ritzel bewegen, muss die Zugspannung erhöht werden. Je größer die Spannung, desto leichter springt die Kette auf das nächstgrößere Ritzel. Die Zugspannung kann über die Stellschraube am Schalthebel reguliert werden, wobei das Herausdrehen die Spannung vergrößert. Dabei sollte man behutsam und in kleinen Schritten vorgehen, bis man die ideale Stellung erwischt.


Umwerfer einstellen

Schritt 1

Ausrichtung

Genau wie das Schaltwerk parallel zu den Ritzeln stehen muss, kann auch der Umwerfer nur dann richtig arbeiten, wenn er präzise ausgerichtet wird. Das heißt, dass das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen muss, damit die Kette nicht schleift.

Schritt 2

Schwenkbereich

Auch beim Umwerfer wird der Schenkbereich über zwei kleine Schrauben reguliert. Um den Weg der Kette nach innen zu begrenzen, schaltet man zunächst vorne auf das kleine Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel. Dabei muss die L-Schraube so weit raus gedreht werden, dass die Kette schleiffrei am inneren Leitblech des Umwerfers vorbeilaufen kann. Danach schaltet man vorne auf das größte Blatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Dabei muss die H-Schraube so weit raus gedreht werden, bis die Kette auch hier schleiffrei läuft.

Schritt 3

Zugspannung

Lässt sich die Kette nicht weit genug bewegen, muss die Zugspannung verändert werden. Durch das Rausdrehen der Stellschraube am Schalthebel kann die Kette weiter nach außen wandern, wodurch sie leichter auf das kleinere Kettenblatt bugsiert wird. Auch hier gilt: weniger ist mehr. Schon kleinste Einstellungen an den entsprechenden Schräubchen können große Effekte haben und die Kettenschaltung wieder schleiffrei zum Laufen bringen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht alle Gangkombinationen reibungslos gefahren werden können; läuft die Kette zu schräg (was es zu vermeiden gilt), können Schleifgeräusche auftreten.